Es Caló

Es Caló ist ein kleiner Ort im nordöstlichen Teil der Baleareninsel Formentera.

Ein schöner, kleiner Fischerhafen mit traditionellen Fischerbooten und definitiv einer der malerischsten Bereiche auf Formentera, das ist Es Caló de Sant Agusti, kurz Es Caló. Es ist ein kleiner Ort mit Naturhafen im Nordosten der Baleareninsel und gehört zur Gemeindeverwaltung Pilar de La Mola. Bekannt wurde Es Caló vor allem durch seine Liköre.

Sein Beiname „de Sant Agusti“ gibt einen Hinweis auf den Heiligen August und auf ein Augustinerkloster aus dem 14. Jahrhundert, zu dem es jedoch keine Spuren mehr gibt. In alten Zeiten war das kleine Dorf zu Füßen eines alten Römerwegs unter dem Namen Caló des Frares als Fischerdorf bekannt und zu römischer Zeit der einzige Hafen auf der Insel. Der Naturhafen war lange Zeit der aktive Wirtschaftshafen auf der Insel und bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Anlaufstelle für die Wartung von Fischerbooten. Jedoch ist der Naturhafen grundsätzlich nur für kleinere Schiffe und Boote und insbesondere auch bei starkem Nordwind nur eingeschränkt nutzbar. Der gewerbliche Verkehr wird heute über den etwa zwölf Kilometer entfernten Inselhafen La Savina abgewickelt.

Einer der ersten Orte, die den Tourismus für sich entdeckten

Es Caló de Sant Agusti war einer der ersten Orte, die in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts für den Tourismus erschlossen wurden. Das Hotel Entre Pinos war die erste touristische Einrichtung in Es Caló, die sich in direkter Nähe des Strandes Ses Platgetes befindet. Mit den Touristen nahmen auch die Bevölkerungszahlen zu. Auch heute noch. Lebten 2007 noch 373 Einwohner im Ort, waren es 2011 schon 461.

„Der richtige Ort um die Seele baumeln zu lassen“

Früher war Es Caló unter dem Namen Caló des Frares als Fischerdorf bekannt.
Früher war Es Caló unter dem Namen Caló des Frares als Fischerdorf bekannt.

Es Caló de Sant Agusti gilt als ruhige, naturbelassene Schönheit, als ein unvergesslicher Ort, an dem man sich so richtig schön entspannen und die Seele baumeln lassen kann. Es herrscht eine ganz eigene Atmosphäre in dem kleinen, von bewaldeten Streifen umgebenem Dorf mit seinen Fischernetzen und Bootsanlegestellen.

Fische hängen zum Trocknen in der Sonne, die grüne Farbe der Pinienwälder harmoniert mit der unglaublichen blauen Farbe des kristallklaren Meeres und dann ist da natürlich auch noch der frische Fisch, der dort in einigen der besten Restaurants auf der Insel angeboten wird. So kann man zum Beispiel in den Restaurants „Can Rafalet“ und „Pascual“ nicht nur köstliche Fischspezialitäten, sondern auch typische Gerichte Formenteras genießen.

Ein Besuch lohnt auch das „Restaurante Es Calo“, das durch seine prädestinierte Lage eine fantastische Aussicht über die Bucht von Es Caló de Sant Agusti mit seinen alten Fischerhütten bietet. Hier kann man wunderbar den Sonnenuntergang beobachten und gleichzeitig die balearische Traditionsküche auf Formentera genießen.

Auf den Spuren der alten Römer oder doch der Augustiner?

Zu römischer Zeit war Es Caló der einzige Hafen auf der Insel.
Zu römischer Zeit war Es Caló der einzige Hafen auf der Insel.

Von Es Caló de Sant Agusti aus führt ein altbekannter und nicht weniger malerischer Aufstieg in Richtung Pilar de la Mola, der auch geschichtlich sehr bedeutsam ist. Allerdings sind sich die Experten noch nicht ganz einig, ob es sich dabei wirklich um eine alte römische Straße handelt, die von den Römern zu Zeiten ihrer Herrschaft auf der Insel um das 13. Jahrhundert herum gepflastert wurde oder ob der Pfad von den Augustinermönchen geschaffen wurde, denen Es Caló höchstwahrscheinlich seinen Beinamen verdankt. Der restaurierte Pfad ist gut gepflegt und auch für weniger ambitionierte Wanderer gut zu schaffen. Man sollte jedoch auf gutes Schuhwerk achten und sich im Sommer auf jeden Fall nur mit Sonnenschutz und gegebenenfalls Wasser auf den Weg machen.

Der Pfad führt durch die Steilküste und durch Pinienwälder vorbei an Wacholder, Wildblumen und Rosmarin und belohnt den Wanderer mit einer fantastischen Aussicht auf die Küste und die wunderschönen Buchten aus Sand und Fels rund um den Ort, die durch ihre wilde, ursprüngliche Erscheinung bestechen. Auch Eidechsen sieht man unterwegs häufig. Nach etwa 1,5 Kilometern kann, wer möchte, auf einen Wanderweg wechseln und noch etwa einen Kilometer weiter zum Talaiassa, dem höchsten Punkt der Insel wandern, der den Wanderer mit einer herrlichen Panoramaaussicht auf Formentera belohnt oder aber auch im Es Mirador (unbedingt vorher reservieren!) einkehren und eine Rast einlegen.

Und wer dann noch nicht genug hat, auf den warten El Pilar und weitere zwei Kilometer entfernt der Leuchtturm Far de la Mola, von dem aus ein Bus zurück nach Es Caló fährt, und der neben der historischen Komponente einen magischen Sonnenauf- oder Sonnenuntergang über der unendlichen Weite des Meeres bietet. Am wichtigsten und ältesten Leuchtturm am Meer findet man auch einen Gedenkstein zu Ehren Jules Vernes, in dessen Roman „Hector Servadacs Weltraumreise“ der Leuchtturm als der „Ort, von wo aus man die Welt vermessen kann“, eine Rolle spielt.

Romantik am Meer

Es Caló bietet eine wunderschöne Idylle und einen herrlichen Blick auf das Mittelmeer.
Es Caló bietet eine wunderschöne Idylle und einen herrlichen Blick auf das Mittelmeer.

Doch Es Caló de Sant Agusti ist nicht nur für Wanderer ein fantastisches Reiseziel, sondern auch für alle Liebenden, die einen romantischen Urlaub verbringen und sich beim Sonnenuntergang am Meer tief in die Augen blicken möchten. Wer möchte, kann aber auch vom Boot aus angeln, an einem der Strände – zum Beispiel in der kleinen Badebucht am Tramontana-Strand inmitten der sonst felsigen Küste – Sonne und Meer genießen oder einen Ausflug zum 1,5 Kilometer entfernten Strand „Arenals“ unternehmen. Besonders für Taucher sind das kristallklare Wasser und die vielen Höhlen um Es Caló perfekt geeignet.

Es Caló de Agusti und der Likör

Wer über Es Caló spricht, muss auch über Likör sprechen. Denn dort wurde im Jahr 1858 vom Formentrenser Joan Marí i Mayans die bekannte Brennerei und Likörfabrik im Gebäude Ca’s Alambi gegründet, die den landestypischen Likör aus Kräutern und Thymian herstellt. Zwar wurde die Fertigung der Licos Marí Mayans Mitte des 20. Jahrhunderts nach Santa Eulària des Riu auf Ibiza verlegt, jedoch ihren Ursprung haben die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannten „Hierbas Ibicencas“ in Es Caló auf Formentera. Auch sie machten den kleinen Ort bekannt und zu dem, was er heute ist.