Formentera: Prähistorisches Museum am Cap II geplant

Der Torre des Garroveret befindet sich im Süden Formenteras.

Die kleine Baleareninsel Formentera kann auf eine lange, bewegte Geschichte zurückblicken, die schon weit vor der Zeit begann, als die ersten Touristen ihren Fuß auf die Insel setzten. Verschiedene Spuren weisen darauf hin, dass Formentera bereits in der Bronzezeit und in den Jahrtausenden zuvor besiedelt war. Eine der Ausgrabungsstätten, an denen man versucht, mehr über das Leben auf der Insel in diesen Zeiten herauszufinden, befindet sich am Cap de Barbaria II. Dort soll nun ein Museum für Vorgeschichte entstehen.

Inhaltsverzeichnis
In der Bronzezeit war die Gegend dicht besiedelt | Zahlreiche Erkenntnisse über die frühe Besiedelung gewonnen | Letzte Ausgrabung war sehr ergiebig | Die Geschichte der ersten Siedler besser verstehen

Um die Ausgrabungsstätte zu finden, müssen Sie sich in den Süden der Insel zum Cap de Barbaria begeben, wo sich auch der berühmte Torre des Garroveret befindet. Der bekannte zweigeschossige Wehrturm erhebt sich hier 65 Meter über dem Meeresspiegel und bietet mit seiner Kanone aus der Kirche von Sant Francesc ein beeindruckendes Fotomotiv. Die bronzezeitliche Ausgrabungsstätte liegt nicht weit davon entfernt.

Die Erkundung der Gegend mit dem majestätischen Wehrturm und der prähistorischen Siedlung lässt sich hervorragend mit einer Wanderung durch die Gegend von Can Parra verbinden.

In der Bronzezeit war die Gegend dicht besiedelt

Die prähistorische Stätte zeugt davon, dass die Region auf der Insel in der Zeit um 1600 bis 1000 vor Christus dicht besiedelt war. Sie ist aber nur einer von etwa zwanzig Orten, von denen allerdings nur drei bislang ausgegraben wurden. Cap II ist der größte dieser Bereiche und komplexer als die weiteren Fundorte Cap de Barbaria I und III. Einer der Gründe, warum hier bereits achtmal in Folge gegraben wurde und weshalb Pläne für die Musealisierung entstanden sind.

Zahlreiche Erkenntnisse über die frühe Besiedelung gewonnen

In der Ferne ist der Leuchtturm von Cap de Barbaria zu sehen.
In der Ferne ist der Leuchtturm von Cap de Barbaria zu sehen.

In den letzten acht Jahren wurden vom Consell de Formentera mehrere archäologische Kampagnen unterstützt und gefördert, um mehr über die Geschichte und Vorgeschichte Formenteras zu erfahren. Besonders die Bronzezeit gilt hier als sehr ergiebig. Denn aus dieser Zeit sind zahlreiche Fundstellen vorhanden. Allein in der Gegend um das Cap de Barbaria befinden sich 21 ähnliche Siedlungen.

Wirklich eingehend untersucht wurde aber bisher nur die Fundstelle der prähistorischen Siedlung Cap II, die nun zu einem Museum werden soll. Man will so den Wert dieses geschichtlichen Erbes erhalten und Bürgern und Besuchern die Möglichkeit geben, aus erster Hand mehr über die Vorgeschichte der Baleareninsel zu erfahren.

Letzte Ausgrabung war sehr ergiebig

Im Rahmen der letzten Ausgrabung an der Fundstätte Cap de Barbaria II konnten weitere interessante Erkenntnisse gewonnen werden, die dazu beitragen, das Leben auf Formentera während der Bronzezeit besser zu verstehen. Zudem war es den Forschern gelungen, eines der Naviformes, den südlichen Eingang der Siedlung und einen Teil der Mauer, um die Siedlung vollständig zu restaurieren. Naviformes sind bronzezeitliche Steinhäuser mit hufeisenförmigem Grundriss, wie sie unter anderem auch schon auf Mallorca und Menorca gefunden wurden. Diese Arbeiten sollen fortgeführt werden.

Zudem soll die Stätte so aufbereitet werden, dass sie vollständig zugänglich ist und von Einheimischen wie Touristen besucht werden kann. Das Ziel ist es, ein Museum zu schaffen, das diese besondere prähistorische Stätte bewahrt und es Besuchern ermöglicht, mehr über das Leben auf der Insel während der Bronzezeit und die Steinstrukturen an der Fundstätte zu erfahren.

Die Geschichte der ersten Siedler besser verstehen

Neben der eindrucksvollen Siedlung konnten auch an andere Orten Fortschritte erzielt werden. So etwa in der Höhle 127 in La Mola, die vor rund 4.000 Jahren wohl als Begräbnisstätte diente. Hier fanden Experten im letzten Jahr einen menschlichen Backenzahn. Und es ist nicht der erste Fund dieser Art. Während früherer Ausgrabungskampagnen konnten hier bereits Überreste von mindestens drei weiteren menschlichen Individuen gesichert werden. In diesem Jahr ist geplant, DNA-Proben von den menschlichen Überresten aus dem megalithischen Monument von Ca na Costa zu nehmen, um sie mit den jüngeren Überresten in Höhle 127 zu vergleichen.