Warnung: Hochgiftige Quallen vor Formentera

Erstmals seit fünf Jahren wurden vor Formentera, Ibiza und Lanzarote wieder Exemplare der Portugiesischen Galeere (Physalia physalis) angeschwemmt und trüben das Badevergnügen auf den Inseln.

Erstmals seit fünf Jahren wurden vor Formentera, Ibiza und Lanzarote wieder Exemplare der Portugiesischen Galeere (Physalia physalis) angeschwemmt und trüben das Badevergnügen auf den Inseln. Zuletzt waren die hochgiftigen Tiere vor Ibiza und Formentera 2013 in Gewässern in der Nähe von Cala Bassa entdeckt worden.

Es ist die insgesamt dritte Sichtung im 21. Jahrhundert in der Nähe der Balearen. Zuerst tauchten Anfang Mai 2009 vor Mallorca und Formentera erstmals nach zehn Jahren wieder Exemplare der Qualle auf.

Bisher über 50 Portugiesische Galeeren am Strand von Migjorn

Erste Sichtungen der giftigen Nesseltiere gab es am 9. April dieses Jahres vor Formentera. Damals wurden mindestens vier Portugiesische Galeeren gesichtet. Mitte April meldeten Surfer am beliebten Strand von Ses Salines auf Ibiza darüber hinaus mehrere Exemplare der giftigen Tiere. Die zugezogenen Spezialisten des Marine Species Recovery Centre (CREM) reisten zum Strand und bescheinigten die Anwesenheit, woraufhin der Strand gesperrt wurde. Am 13. April wurden auf und vor Formentera fünfzig weitere Exemplare gesichtet. Nichtsdestotrotz sei die Situation derzeit nicht alarmierend, jedoch sei Vorsicht geboten, um den Kontakt mit den Tieren zu vermeiden.

Die Berührung einer Qualle verursacht heftige Schmerzen

Eine Berührung mit der so imposant aussehenden Portugiesischen Galeere verursacht starke Schmerzen.
Eine Berührung mit der so imposant aussehenden Portugiesischen Galeere verursacht starke Schmerzen.

Die Tentakel der Portugiesischen Galeere sind mit bis zu tausend Nesselzellen pro Zentimeter ausgestattet, die schon bei reinem Hautkontakt direkt an den Nervenzellen eine Übererregung herbeiführen. Bei einer solchen durch die Quallen verursachten Verbrennung kommt es zu stark schmerzenden Hautrötungen und teilweise auch zu Atemnot. Es entstehen rote Quaddeln, die an einen Peitschenhieb erinnern, und bis zu drei Tage sichtbar bleiben. Die Schmerzen lassen meist nach etwa einer Stunde nach, jedoch können Schmerzen und Juckreiz auch nach einigen Tagen wiederkehren.

Lebensgefährlich ist der Kontakt für den gesunden, erwachsenen Menschen in der Regel nicht. Jedoch besteht die Gefahr, beim Schwimmen, Tauchen oder Schnorcheln einen Schock zu erleiden und zu ertrinken. Lebensgefährlich ist die Portugiesische Galeere außerdem für Kleinkinder, Allergiker und allgemein geschwächte Menschen, wie etwa solche mit einer Herz- oder Asthma-Erkrankung.

Betroffene Stellen sofort mit Salzwasser abwaschen

Experten empfehlen bei Kontakt mit den Nesseltieren die betroffene Stelle umgehend mit Salzwasser abzuwaschen und mit einer Pinzette nach Möglichkeit sämtliche Tentakelreste zu entfernen. Auf Süßwasser oder Essig sowie das Reiben mit Sand oder Gegenständen sollte verzichtet werden, um die Reaktion nicht noch zu verschlimmern. Auch das Kühlen mit Eis kann Linderung verschaffen, jedoch sollte auch hier das Eis in Plastik eingewickelt werden, um einen Kontakt mit Süßwasser zu vermeiden. Spätestens bei auftretendem Schwindelgefühl, Übelkeit oder starken Schmerzen muss sofort ein Arzt (ggf. Notaufnahme) aufgesucht werden! Behandelt wird die Verbrennung in der Regel mit Zinkgluconat.

Über die Portugiesische Galeere

Die Portugiesische Galeere (Physalia physalis) ist eine Art aus der Gattung der Seeblasen, die zu den Staatsquallen gehört. Trotz ihrer Erscheinungsform ist die Portugiesische Galeere keine „richtige“ Qualle, sondern besteht aus einer ganzen Kolonie voneinander unabhängiger Polypen.

Im Meer sind die Nesseltiere durch ihre bläulich schimmernde bis zu 30 Zentimeter große sackförmige Gasblase mit bloßem Auge zu erkennen. Die Gasblase dient dem Auftrieb, wird als Segel genutzt und wird von einem einzigen Polypen gebildet. Die blauen, weißen oder rotvioletten Tentakel der Qualle können bis zu fünfzig Meter lang werden. Ihr Gift kann kleinere Fische und andere Beutetiere töten. Auch abgerissene Tentakel sind noch mehrere Tage lang aktiv und gefährlich und sollten auf keinen Fall berührt werden, wenn etwa tote Tiere am Strand gefunden werden.

Die Portugiesische Galeere, die normalerweise in Gruppen vorkommt, lebt hauptsächlich im Pazifik, kommt aber auch vor den Kanaren und vor Portugal vor. Da sich die Tiere nicht selbst fortbewegen können, sind sie auf die Meeresströmungen angewiesen. Durch diese gelangen sie auch über die Straße von Gibraltar aus dem Atlantik ins Mittelmeer.