Sant Ferran de ses Roques

Die wunderschöne Kirche ist ein Wahrzeichen der Stadt Sant Ferran de ses Roques.

Sant Ferran de ses Roques oder auch San Fernando liegt sehr zentral östlich von Sant Francesc und beherbergte 2011 941 Menschen im Ortskern und weitere 1787 in der näheren Umgebung. Seinen Namen verdankt es dem spanischen König Ferdinand II von Aragón, auch bekannt als Ferdinand der Katholische, in dessen Regierungszeit unter anderem die Entdeckung Amerikas fällt.

In früheren Zeiten lag Sant Ferran näher an Estany Pudent, dem größten Binnensee der Insel, wurde jedoch 1883 versetzt, da sich die Salztonebenen unterhalb des Ortes als ein zu unsicherer Untergrund erwiesen.

Malerisches Örtchen in zentraler Lage

Kommt man von Es Pujols aus nach Sant Ferran wirkt der Ort zunächst aufgrund nachträglich entstandener Wohnblöcke eher trist und wenig einladend. Wagt man sich jedoch weiter in den Ort vor, gelangt man in den malerischen Ortskern mit Banken, der Post, einem Internetcafé und einer Arztpraxis, aber auch einigen Sehenswürdigkeiten, wie der Kirche Sant Ferran aus dem 18. Jahrhundert, die durch ihre ursprüngliche Sandsteinfassade besticht.

Sant Ferran de ses Roques eignet sich als zentralster Ort der Insel – umgeben von Weinbergen und landwirtschaftlichen Flächen – perfekt, um die umliegende Landschaft zu erkunden. Warten nach einem Spaziergang entlang der Hauptstraße über gepflasterte Wege in Richtung der Kirche vor allem traditionelle Bauernhäuser, so gelangt man auf der anderen Seite des Ortes direkt in die Weinberge. Innerhalb von fünf Minuten ist zudem Es Pujols zu erreichen, was Sant Ferran auch zu einem lohnenden Aufenthaltsort macht, wenn man sich die Action dort zwar nicht entgehen lassen, aber sich dennoch hin und wieder eine Pause vom dortigen Trubel gönnen möchte.

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Lebhaftes Treiben auf dem Dorfplatz

Am Abend versammeln sich viele junge Menschen auf dem zentralen Platz von Sant Ferran de ses Roques, um den Tag mit Freunden ausklingen zu lassen, etwas zu trinken, zu plaudern und Bongo zu spielen. Zudem findet von Mai bis Oktober täglich außer mittwochs und sonntags zwischen 19 und 24 Uhr ein Kunstmarkt statt. Aber auch zahlreiche Konzerte und Theateraufführungen sowie jeweils am 30. Mai die Festa de Sant Ferran, das Patronatsfest, haben ihren festen Platz im Veranstaltungskalender des Ortes.



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Sant Ferran de ses Roques und die Hippie-Bewegung

Wer über Formentera und speziell über Sant Ferran de ses Roques schreibt, muss auch über die Flower-Power-Zeit und die Hippie-Bewegung der 60er Jahre des vorangegangenen Jahrhunderts schreiben, die dort überaus tiefe Spuren hinterlassen hat. Und wo wenn nicht in Sant Ferran könnte man sich besser in diese einmalige Zeit zurückversetzen lassen. Denn direkt gegenüber der alten Kirche befindet sich das Fonda Pepe, eine der legendärsten und bekanntesten Kneipen Spaniens.

La Fonda Pepe – der Hippie-Treffpunkt schlechthin

Früher lag Sant Ferran de ses Roques nahe am Estany Pudent, dem größten Binnensee der Insel.
Früher lag Sant Ferran de ses Roques nahe am Estany Pudent, dem größten Binnensee der Insel.

Das Fonda Pepe wurde 1953 eröffnet und war in den 60er Jahren der Hippie-Treffpunkt schlechthin. Sogar Bob Dylan und Pink Floyd sollen dort gewesen sein. Und es heißt nicht umsonst, man sei nicht auf Formentera gewesen, wenn man nicht im Fonda Pepe gewesen sei. Im Fonda Pepe scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Es macht fast den Anschein, als hätte den Menschen dort einfach niemand gesagt, dass die 60er Jahre schon längst vorüber sind. Und so ist das Fonda Pepe der perfekte Ort, um den Geist der damaligen Zeit hautnah zu erleben und einzutauchen in die Welt der Blumenkinder, die Formentera zu dieser Zeit bevölkerten.

Dass sich die Musik im Laufe der Jahre dem Zeitgeist ein wenig angepasst hat, tut der Beliebtheit keinen Abbruch. Nicht selten stehen am Abend um die tausend Menschen am Fonda Pepe oder sitzen auf Stühlen und dem Mäuerchen um den einstigen Hippie-Treffpunkt und stoßen auf die guten, alten Zeiten an. Sant Ferran de ses Roques ist nicht umsonst auch heute noch ein beliebtes Reiseziel für alternative Urlauber.

Formentera Guitars – wenn Gitarren im Meer landen

Mindestens ebenso berühmt wie das Fonda Pepe ist die renommierte Gitarren- und Basswerkstatt „Formentera Guitars“ in Sant Ferran de ses Roques, in der seit Jahrzehnten Instrumente in Handarbeit hergestellt werden. Und das sogar für internationale Stars wie Pink Floyd, King Crimson und Chris Rea.

Seit 1988 ist es möglich in der dortigen Lehrwerkstatt im Rahmen eines dreiwöchigen Kurses unter Ekki Hoffmann seine eigene E-Gitarre oder seinen eigenen Bass herzustellen. Vorkenntnisse sind dafür nicht erforderlich. Die Instrumente werden von Grund auf selbst gebaut, so dass jeder Teilnehmer sein Trauminstrument verwirklichen kann. Berühmtgewordenes Ritual dieser Kurse ist es, Teile der Gitarren ins Meer zu werfen und sie dann in der Sonne trocknen zu lassen. So soll das Holz besser geschützt werden und ein geschmeidigerer Schliff möglich sein.

Sehenswertes rund um Sant Ferran de ses Roques

Die Cuevas d’en Geroni

In unmittelbarer Nähe zu Sant Ferran befinden sich die Cuevas d’en Geroni, die im Mai 1975 zufällig beim Bau eines Brunnens entdeckt wurden. Es handelt sich um natürliche Tropfsteinhöhlen mit unterirdischen Tunneln, in denen eine konstante Temperatur von 20 °C und eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 80 Prozent herrschen. Das Besondere an der etwa drei Millionen Jahre alten Höhle sind jedoch nicht die echten Stalaktiten und Stalakmiten, sondern die Pflanzenwurzeln, die aus dem Garten eines Restaurants über der Höhle bis in deren Inneres vorgedrungen sind und nun „falsche“ Stalaktiten bilden.

Cala En Baster

Im malerischen Ressort Cala En Baster gibt es lange Holzstege, über die die Fischerboote zur See gelassen werden. Jedoch enden diese nicht an Holzhäusern, wie in vielen anderen Teilen der Insel, sondern an Höhlen, die in die Felswände gegraben wurden. Oberhalb der u-förmigen Bucht mit ihrem kristallklaren, türkis schimmerndem Wasser hat man eine fantastische Aussicht auf die Nordküste und die Inseln S’Espardell und Ibiza.